Anwendungsfall
Satellit als Notfall-Backup
Für einen Betrieb, der ohne Leitung stillsteht, ist die Frage nicht, wie schnell der Anschluss ist, sondern wie oft er weg ist – und was in dieser Zeit passiert.
Die kurze Antwort
Ein Satellitenanschluss eignet sich als zweiter Weg, weil er auf einer völlig anderen Infrastruktur liegt als die Festleitung. Ein Bagger, der das Ortsnetz trennt, trennt ihn nicht mit. Das ist der eigentliche Wert – nicht die Geschwindigkeit.
Ein Backup, das nicht automatisch übernimmt, ist kein Backup. Es ist ein zweiter Vertrag.
Der erste Haken: die Umschaltung
Zwei Anschlüsse nebeneinander schalten nicht von selbst um. Dafür braucht es einen Router, der beide Wege kennt, den Ausfall erkennt und umlenkt – und der das schnell genug tut, dass ein laufendes Kassensystem es überlebt.
Was dabei zu klären ist
- Woran erkennt das Gerät den Ausfall? Eine Leitung, die technisch anliegt, aber nichts mehr durchlässt, ist der häufigere Fall als ein sauber getrenntes Kabel. Ein Router, der nur auf den Verbindungsstatus schaut, merkt das nicht.
- Wie lange dauert die Umschaltung? Bestehende Verbindungen brechen dabei in aller Regel ab. Für Weblösungen ist das verschmerzbar, für eine laufende Kartenzahlung nicht.
- Was passiert bei der Rückschaltung? Kommt die Leitung wieder, wechselt das Gerät zurück – und bricht dabei erneut ab. Ein flatternder Anschluss ist schlimmer als ein ausgefallener.
- Feste Adressen und Zugänge. Wer von aussen auf den Betrieb zugreift – Fernwartung, Warenwirtschaft, Kameras –, muss beide Wege berücksichtigen.
Der zweite Haken: Kosten im Bereitschaftsbetrieb
Ein Backup kostet jeden Monat, in dem es nicht gebraucht wird. Das ist keine Fehlkonstruktion, sondern der Sinn der Sache – aber es gehört ehrlich gerechnet.
Pausieren ist dabei meist keine Lösung: Ein pausierter Anschluss steht im Ernstfall nicht bereit, und bis er wieder läuft, ist der Ausfall vorbei oder der Schaden entstanden. Welche Posten anfallen, steht auf der Kostenseite.
Wann Mobilfunk das bessere Backup ist
- Wenn am Standort brauchbarer Empfang besteht. Ein Router mit Datenkarte ist billiger, kleiner, sofort einsatzbereit und braucht keinen freien Himmel.
- Wenn nur wenige Dienste weiterlaufen müssen. Kasse und Telefonie brauchen keine hohe Bandbreite; dafür genügt oft ein kleines Datenpaket.
- Wenn der Platz für eine Antenne fehlt oder das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
Satellit ist dort im Vorteil, wo der Mobilfunk am selben Standort schwach ist – oder wo ein grossflächiger Ausfall beide Ortsnetze gleichzeitig trifft. Wer beides absichern will, kombiniert; wer nur eines nimmt, sollte wissen, wogegen es hilft.
Wenn du dich dafür entscheidest
Teste die Umschaltung, bevor du sie brauchst – und danach in regelmässigen Abständen. Ein Backup, das seit zwei Jahren niemand ausprobiert hat, ist eine Annahme, keine Absicherung.
Häufige Fragen
Schaltet die Verbindung automatisch um?
Nicht von selbst. Die Umschaltung macht ein Router, der beide Anschlüsse kennt und den Ausfall erkennt. Ohne ein solches Gerät bleibt es beim Umstecken von Hand – was nachts und am Wochenende genau dann nicht passiert, wenn es gebraucht wird.
Was kostet ein Anschluss, der meistens nur bereitsteht?
Denselben Monatstarif wie ein genutzter, solange er läuft. Ob und wie sich ein Tarif pausieren lässt, entscheidet Starlink – für ein Backup ist Pausieren aber meist keine Option, weil ein pausierter Anschluss im Ernstfall nicht bereitsteht.
Ist Satellit als Backup besser als Mobilfunk?
Nicht grundsätzlich. Mobilfunk ist billiger und in fünf Minuten aufgebaut. Satellit ist dann im Vorteil, wenn am Standort kein brauchbarer Empfang besteht oder wenn der Ausfall gerade die Infrastruktur trifft, an der auch der Mobilfunkmast hängt.