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Langzeiterfahrung

Starlink im Langzeittest: Erfahrungen seit August 2021

Sechseinhalb Stunden vom verschlossenen Karton bis zum Film im Garten – und seither dieselbe Antenne an derselben Stelle. Was sie leistet, was sie überstanden hat, und wo meine Angaben aufhören.

Die runde Starlink-Antenne der ersten Baureihe steht auf ihrem Standfuss im Garten und richtet sich aus
Die erste Aufstellung im Garten, noch auf dem mitgelieferten Standfuss. Aufgenommen am 12. August 2021.

Der Aufbau, und was daran wirklich zählt

Der Aufbau selbst ist unspektakulär: auspacken, aufstellen, einstecken, warten, bis sich die Antenne ausgerichtet hat. Bei mir lief das an einem Nachmittag: Karton am frühen Nachmittag geöffnet, die Antenne zuerst im Garten auf dem mitgelieferten Standfuss aufgestellt, am selben Abend war die Verbindung da – und lief noch am selben Abend für einen Film im Garten. Wenige Tage später kam sie aufs Dach, wo sie bis heute steht – nie versetzt, nie nachjustiert.

Der geöffnete Versandkarton mit der runden Antenne, dem Standfuss, dem Router und den Kabeln
Der komplette Lieferumfang der ersten Baureihe: runde Antenne, Standfuss, Router, Kabel und Netzteil. Aufgenommen am 12. August 2021.

Was zählt, ist die Stelle. Der freie Blick nach oben entscheidet über alles Weitere, und er ist nicht verhandelbar. Jeder Baum, jeder Kamin, jedes Vordach im falschen Ausschnitt kostet Verbindung – nicht dauerhaft, sondern in kurzen, unregelmässigen Aussetzern, die im Alltag mehr stören als eine gleichmässig langsamere Leitung.

Die erste Verbindung

Am Abend der Inbetriebnahme lief der erste Geschwindigkeitstest. Das Bildschirmfoto zeigt einen Zwischenstand: Die Anzeige stand bei 291,37 Mbit/s, während der Test noch lief – die Felder für Download und Upload waren zu diesem Zeitpunkt noch leer.

Bildschirmfoto eines laufenden Geschwindigkeitstests: Anzeige 291,37 Mbit/s, Ping 37 Millisekunden, Jitter 3 Millisekunden
Momentanwert während eines laufenden Speedtests: 291,37 Mbit/s, Ping 37 ms, Jitter 3 ms, Server GigaCore Passau. Kein abgeschlossenes Messergebnis. Aufgenommen am 12. August 2021, 19:23 Uhr.

Und dann haben wir einen Film geschaut

Der ehrlichste Teil dieses Tages steht nicht in einer Messung. Zwei Stunden nach dem ersten Speedtest stand im Garten ein Zelt, davor ein Feuer, daneben ein Bildschirm – und darauf lief ein Film über Netflix. Über eine Antenne, die am selben Nachmittag noch im Karton gelegen hatte.

Für mich ist das der Moment, an dem aus einer Anschaffung ein Anschluss wurde. Nicht die Zahl auf der Anzeige, sondern der Abend danach: kein Puffern, kein Nachladen, an einer Stelle, an der es vorher schlicht nichts gab.

Der 12. August 2021, belegt durch das EXIF der Aufnahmen
Uhrzeit Was passiert ist
14:27Der Karton steht ungeöffnet im Hof.
14:40Ausgepackt: runde Antenne, Standfuss, Router, Kabel.
17:03Die Antenne steht im Garten und richtet sich aus.
19:23Erster Speedtest, die Verbindung läuft.
21:09Zelt, Feuer, Bildschirm im Garten – der Film läuft.

Was sich seit der Beta geändert hat

Die Geschwindigkeit ist über die Wochen und Monate nach der Inbetriebnahme deutlich gestiegen, ohne dass ich etwas an der Anlage geändert hätte. Die Verbesserung kam von oben, nicht von mir – es standen mit der Zeit schlicht mehr Satelliten über dem Kopf.

Heute liegt die Verbindung mit derselben Hardware der ersten Baureihe stabil zwischen 350 und 450 Mbit/s.

Wetter

Ohne Schaden am Gerät überstanden hat die Antenne bisher:

Ausfälle und Kundendienst

Seit der Inbetriebnahme sind mir keine nennenswerten Ausfälle in Erinnerung, und ich habe auch keine notiert. Das ist ausdrücklich eine Erinnerung und keine Messung: Ich führe kein Verfügbarkeitsprotokoll und nenne deshalb auch keine Prozentzahl. Kurze Aussetzer, die niemandem auffallen, wären in dieser Betrachtung gar nicht enthalten.

Mit dem Kundendienst von Starlink hatte ich in 5 Jahren nie Kontakt, weil es nie nötig war.

Für wen ich es empfehlen würde – und für wen nicht

Sinnvoll dort, wo keine brauchbare Leitung liegt und der Mobilfunk schwach ist: Höfe am Waldrand, Häuser am Hang, Almen, Wochenendhäuser, Baustellen.

Nicht sinnvoll, wenn Glasfaser verfügbar ist. Auch nicht, wenn ein 5G-Anschluss mit stabilem Empfang möglich ist – der ist meist billiger, unauffälliger und braucht keinen freien Himmel. Und nicht, wenn kein Platz mit freiem Blick nach oben vorhanden ist; daran ändert kein Tarif etwas.

Wenn du nach diesem Abgleich bei Starlink bleibst, steht auf der Seite zum Gratismonat, was das Empfehlungsprogramm tatsächlich hergibt – und was nicht.

Häufige Fragen

Welche Hardware ist hier im Einsatz?

Eine Starlink V1 mit runder Antenne, Rev1 aus der Beta-Generation. Sie ist seit dem 12. August 2021 in Betrieb, wurde wenige Tage danach aufs Dach montiert und seither weder getauscht noch nachjustiert.

Wie schnell ist die Verbindung heute?

Mit derselben Hardware der ersten Baureihe stabil zwischen 350 und 450 Mbit/s. Das ist ein Erfahrungswert aus dem laufenden Betrieb, keine protokollierte Messreihe – und er gilt für einen Standort in ländlicher Lage mit freiem Blick nach oben, nicht allgemein.

Wie oft ist die Verbindung ausgefallen?

Seit der Inbetriebnahme sind mir keine nennenswerten Ausfälle in Erinnerung, und ich habe auch keine notiert. Das ist eine Erinnerung und keine Messung – ich führe kein Protokoll und behaupte deshalb keine Verfügbarkeitszahl.

Braucht Starlink wirklich freien Himmel?

Ja. Nicht ein bisschen Blick nach oben, sondern ein weitgehend freier Ausschnitt in die Richtung, in der die Satelliten stehen. Ein Baum, der im Winter kahl ist, kann im Sommer zum Problem werden.

Was hat die Antenne an Wetter mitgemacht?

Starken Schneefall, Sturm mit Starkregen und Hitze über 35 Grad – jeweils ohne Schaden am Gerät. Das ist die Erfahrung mit einer einzelnen Anlage und keine Aussage über die Baureihe.