Langzeiterfahrung
Starlink im Langzeittest: Erfahrungen seit August 2021
Sechseinhalb Stunden vom verschlossenen Karton bis zum Film im Garten – und seither dieselbe Antenne an derselben Stelle. Was sie leistet, was sie überstanden hat, und wo meine Angaben aufhören.
Der Aufbau, und was daran wirklich zählt
Der Aufbau selbst ist unspektakulär: auspacken, aufstellen, einstecken, warten, bis sich die Antenne ausgerichtet hat. Bei mir lief das an einem Nachmittag: Karton am frühen Nachmittag geöffnet, die Antenne zuerst im Garten auf dem mitgelieferten Standfuss aufgestellt, am selben Abend war die Verbindung da – und lief noch am selben Abend für einen Film im Garten. Wenige Tage später kam sie aufs Dach, wo sie bis heute steht – nie versetzt, nie nachjustiert.
Was zählt, ist die Stelle. Der freie Blick nach oben entscheidet über alles Weitere, und er ist nicht verhandelbar. Jeder Baum, jeder Kamin, jedes Vordach im falschen Ausschnitt kostet Verbindung – nicht dauerhaft, sondern in kurzen, unregelmässigen Aussetzern, die im Alltag mehr stören als eine gleichmässig langsamere Leitung.
Die erste Verbindung
Am Abend der Inbetriebnahme lief der erste Geschwindigkeitstest. Das Bildschirmfoto zeigt einen Zwischenstand: Die Anzeige stand bei 291,37 Mbit/s, während der Test noch lief – die Felder für Download und Upload waren zu diesem Zeitpunkt noch leer.
Und dann haben wir einen Film geschaut
Der ehrlichste Teil dieses Tages steht nicht in einer Messung. Zwei Stunden nach dem ersten Speedtest stand im Garten ein Zelt, davor ein Feuer, daneben ein Bildschirm – und darauf lief ein Film über Netflix. Über eine Antenne, die am selben Nachmittag noch im Karton gelegen hatte.
Für mich ist das der Moment, an dem aus einer Anschaffung ein Anschluss wurde. Nicht die Zahl auf der Anzeige, sondern der Abend danach: kein Puffern, kein Nachladen, an einer Stelle, an der es vorher schlicht nichts gab.
| Uhrzeit | Was passiert ist |
|---|---|
| 14:27 | Der Karton steht ungeöffnet im Hof. |
| 14:40 | Ausgepackt: runde Antenne, Standfuss, Router, Kabel. |
| 17:03 | Die Antenne steht im Garten und richtet sich aus. |
| 19:23 | Erster Speedtest, die Verbindung läuft. |
| 21:09 | Zelt, Feuer, Bildschirm im Garten – der Film läuft. |
Was sich seit der Beta geändert hat
Die Geschwindigkeit ist über die Wochen und Monate nach der Inbetriebnahme deutlich gestiegen, ohne dass ich etwas an der Anlage geändert hätte. Die Verbesserung kam von oben, nicht von mir – es standen mit der Zeit schlicht mehr Satelliten über dem Kopf.
Heute liegt die Verbindung mit derselben Hardware der ersten Baureihe stabil zwischen 350 und 450 Mbit/s.
Wetter
Ohne Schaden am Gerät überstanden hat die Antenne bisher:
- starken Schneefall
- Sturm mit Starkregen
- Hitze über 35 Grad
Ausfälle und Kundendienst
Seit der Inbetriebnahme sind mir keine nennenswerten Ausfälle in Erinnerung, und ich habe auch keine notiert. Das ist ausdrücklich eine Erinnerung und keine Messung: Ich führe kein Verfügbarkeitsprotokoll und nenne deshalb auch keine Prozentzahl. Kurze Aussetzer, die niemandem auffallen, wären in dieser Betrachtung gar nicht enthalten.
Mit dem Kundendienst von Starlink hatte ich in 5 Jahren nie Kontakt, weil es nie nötig war.
Für wen ich es empfehlen würde – und für wen nicht
Sinnvoll dort, wo keine brauchbare Leitung liegt und der Mobilfunk schwach ist: Höfe am Waldrand, Häuser am Hang, Almen, Wochenendhäuser, Baustellen.
Nicht sinnvoll, wenn Glasfaser verfügbar ist. Auch nicht, wenn ein 5G-Anschluss mit stabilem Empfang möglich ist – der ist meist billiger, unauffälliger und braucht keinen freien Himmel. Und nicht, wenn kein Platz mit freiem Blick nach oben vorhanden ist; daran ändert kein Tarif etwas.
Wenn du nach diesem Abgleich bei Starlink bleibst, steht auf der Seite zum Gratismonat, was das Empfehlungsprogramm tatsächlich hergibt – und was nicht.
Häufige Fragen
Welche Hardware ist hier im Einsatz?
Eine Starlink V1 mit runder Antenne, Rev1 aus der Beta-Generation. Sie ist seit dem 12. August 2021 in Betrieb, wurde wenige Tage danach aufs Dach montiert und seither weder getauscht noch nachjustiert.
Wie schnell ist die Verbindung heute?
Mit derselben Hardware der ersten Baureihe stabil zwischen 350 und 450 Mbit/s. Das ist ein Erfahrungswert aus dem laufenden Betrieb, keine protokollierte Messreihe – und er gilt für einen Standort in ländlicher Lage mit freiem Blick nach oben, nicht allgemein.
Wie oft ist die Verbindung ausgefallen?
Seit der Inbetriebnahme sind mir keine nennenswerten Ausfälle in Erinnerung, und ich habe auch keine notiert. Das ist eine Erinnerung und keine Messung – ich führe kein Protokoll und behaupte deshalb keine Verfügbarkeitszahl.
Braucht Starlink wirklich freien Himmel?
Ja. Nicht ein bisschen Blick nach oben, sondern ein weitgehend freier Ausschnitt in die Richtung, in der die Satelliten stehen. Ein Baum, der im Winter kahl ist, kann im Sommer zum Problem werden.
Was hat die Antenne an Wetter mitgemacht?
Starken Schneefall, Sturm mit Starkregen und Hitze über 35 Grad – jeweils ohne Schaden am Gerät. Das ist die Erfahrung mit einer einzelnen Anlage und keine Aussage über die Baureihe.