Anwendungsfall
Internet am Bauernhof
Am Hof ist der Anschluss selten das eigentliche Problem. Das Problem ist die Strecke zwischen Wohnhaus, Stall und Maschinenhalle – und die löst kein Tarif.
Die kurze Antwort
Wo keine leistungsfähige Leitung zum Hof führt und der Mobilfunk schwach ist, ist Satelliteninternet eine ernsthafte Möglichkeit. Der Blick nach oben ist auf den meisten Höfen frei, und die Bandbreite reicht für alles, was ein landwirtschaftlicher Betrieb im Alltag braucht.
Ein Anschluss versorgt einen Punkt. Ein Hof besteht aus mehreren Gebäuden – und der Weg dazwischen ist die eigentliche Arbeit.
Der eigentliche Haken: die Strecke über den Hof
Zwischen Wohnhaus und Maschinenhalle liegen oft fünfzig oder hundert Meter, dazwischen ein Wirtschaftsweg, eine Mauer und ein Blechdach. Ein handelsüblicher Router im Wohnzimmer versorgt das nicht, und ein Verstärker in der Steckdose löst es auch nicht.
Die drei üblichen Wege
- Erdkabel. Aufwendig einmal, danach unauffällig. Wo ohnehin gegraben wird – für Wasser, Strom, eine neue Zufahrt –, ist ein Leerrohr mitzulegen die mit Abstand beste Entscheidung.
- Aussen-Zugangspunkte in Sichtverbindung. Zwei Geräte an gegenüberliegenden Gebäuden, wetterfest montiert. Braucht Strom auf beiden Seiten und eine Sichtlinie, die auch dann noch besteht, wenn der Anhänger davorsteht.
- Richtfunkstrecke. Für längere Wege über das Feld. Setzt freie Sicht und eine stabile Montage voraus; ein schwankender Mast kostet Verbindung.
Was im Stall dazukommt
- Staub, Feuchtigkeit und Ammoniak. Geräte im Stall brauchen ein entsprechendes Gehäuse. Ein Bürorouter im Melkstand hält nicht lange.
- Stromausfälle. Fällt der Strom aus, fällt der Anschluss aus – Satellit wie Leitung. Wer eine Anlage betreibt, die melden muss, braucht eine unterbrechungsfreie Versorgung für Antenne und Router, nicht nur für die Anlage selbst.
- Wer haftet, wenn nichts gemeldet wird. Das ist eine betriebliche Frage, keine technische. Sie gehört vor der Umstellung geklärt.
Wann eine andere Anschlussart besser ist
- Wenn Glasfaser bis zum Hof gefördert wird. In vielen Gemeinden laufen Ausbauprogramme im ländlichen Raum. Ein Anschluss, der in zwei Jahren kommt, ändert die Rechnung – nicht die Frage, was heute gebraucht wird, aber die Frage, wie lange man sich bindet.
- Wenn 5G am Hof brauchbar ankommt. Mit einer Aussenantenne am First ist oft mehr möglich, als das Handy im Erdgeschoss vermuten lässt. Billiger, kein freier Himmel nötig.
- Wenn nur ein Gebäude versorgt werden muss und dieses Gebäude am Ortsnetz hängt. Dann ist der bestehende Anschluss meist günstiger als ein zweiter Vertrag.
Satelliteninternet gewinnt am Hof dort, wo die Leitung nicht hinkommt und der Mast zu weit weg ist – und praktisch nur dort. Das ist keine kleine Menge Höfe, aber es ist nicht jeder Hof.
Wenn du dich dafür entscheidest
Plan die Ausleuchtung mit, bevor du den Anschluss bestellst. Und sieh auf der Kostenseite nach, was an einmaligen und laufenden Posten zusammenkommt; die Bedingungen des Empfehlungsprogramms stehen auf der Seite zum Gratismonat.
Häufige Fragen
Reicht eine Antenne für den ganzen Hof?
Für den Anschluss ja, für die Ausleuchtung fast nie. Die Antenne liefert die Verbindung an einen Punkt; dass sie im Stall und in der Halle ankommt, ist eine Frage des Netzwerks danach – Kabel, Aussen-Zugangspunkte oder eine Richtfunkstrecke über den Hof.
Kann ich Stallkameras und Melkroboter darüber betreiben?
Aus Sicht der Bandbreite in der Regel ja. Die kritischere Frage ist die Verfügbarkeit: Wenn eine Anlage im Stall ohne Verbindung nicht meldet, braucht sie einen zweiten Weg – nicht wegen der Geschwindigkeit, sondern wegen der Stunden, in denen niemand hinschaut.
Was ist mit dem Blick nach oben, wenn der Hof im Hang liegt?
Der Ausschnitt muss frei sein, nicht der ganze Himmel. Ein Hang im Rücken ist oft unproblematisch, eine Baumreihe in der falschen Richtung nicht. Das lässt sich nur vor Ort beurteilen, nicht auf der Karte.